Sonderverein zur Erhaltung der Zucht

der Dorking und Zwerg- Dorking

gegr.23.Sep.2017

Prolog:

Die Dorking sind eine sehr alte Rasse, die ursprünglich im Mittelmeerraum (römisches Reich) beheimatet war und schon sehr früh nach England kam.

Folgende Merkmale prägen die Rasse: Zwischentyprasse (weder Asiatischer- noch Mittelmeertyp), Fleischhuhn (helle Beinfarbe, helles und kurzfaseriges Fleisch, schwer), 5-Zehigkeit, ausgeprägte Brutlust, tiefer Stand, langer breiter waagrechter Körper, ausgeprägtes Brustbein, markante Kopfpunkte, steh- und rosenkämmig. Die Zuchtbasis ist seit jeher sehr „dünn“, wenige Züchter halten der Rasse langfristig die Treue. Auf überregionalen Ausstellungen sieht man selten Dorking bzw. nur in geringer Anzahl. Hin und wieder kommt es zu einem größeren Auftrieb bei Schauen z.B. Dt. Junggeflügelschau Hannover 2002 (> 30) und Europaschau Leipzig 2006 (> 40).

Die Rasse ist dem Sonderverein der Haubenhühner und seltenen Hühnerrassen zugeordnet. Es ist zu befürchten, dass die Dorking genetisch sehr „eng aufgestellt“ sind – d.h. die Rasse ist von Inzuchtdepression betroffen – dies können sein: nachlassende Vitalität, anfällig für Krankheiten, schlechte Legeleistung, schlechte Befruchtung, schlechte Schlupfrate, hohe Kükensterblichkeit, schwacher Körper, zu geringes Gewicht, fehlende Rassigkeit (schlecht ausgeprägte Rassemerkmale, Ausschussfehler im Sinne des Rassestandards).

 

Spezifizierung:

Wildfarbig  silberhalsig, silber-wildfarbig

goldhalsig, gold-wildfarbig

Weiß

Gesperbert

alle Farben Stehkamm, Rosenkamm

 

besondere 5-Zehigkeit

Merkmale

 

Vererbung:

  1. die 5. Zehe (zur 4. Zehe gut getrennt, deutlich länger und nach oben gerichtet) vererbt sich (eigentlich) dominant, im Phänotyp kommt es immer wieder zu unterschiedlichen Merkmalsausprägungen (4. und 5. Zehe verwachsen, nicht deutlich getrennt, Verknöcherung im Zehenansatz, Doppelkralle bei der 4. bzw./und 5. Zehe, 5. Zehe deutlich verkürzt, nach unten oder horizontal gerichtet)

 

  1. die entsprechende (Wild)farbigkeit wird geschlechtsgebunden vom x-Chromosom (Hahn xx-Chromosom) vererbt; das Chromosomenpaar bei der Henne lautet xy.

 

Dieser Effekt wird bei folgenden Beispielen deutlich:

 

Beispiel 1

Hahn 1,0 silberhalsig (xx) x Henne 0,1 goldhalsig (xy)

=

Söhne 1,0 (xx) sind alle spalterbig, die Farbe hat Ähnlichkeit mit orangehalsig

Töchter 0,1 (xy) sind alle silberhalsig (x kommt vom Hahn, y kommt von der Henne)

(Anmerkung: die silberhalsige Farbe kann leichte Brauneinlagerungen haben/ ist aber bei den Dorking zu vernachlässigen)

 

Beispiel 2

Hahn 1,0 gold-wildfarbig (xx) x Henne 0,1 silber-wildfarbig (xy)

=

Söhne 1,0 (xx) sind alle spalterbig…………..

Töchter 0,1 (xy) sind alle gold-wildfarbig…………..

(Anmerkung: die gold-wildfarbige Farbe kann aufhellen/ die schwarze Säumung/Halbmondzeichnung tritt nur reduziert auf/ ist aber bei den Dorking zu vernachlässigen)

 

Beispiel 3

Hahn 1,0 spalterbig aus Beispiel 2 (xx) x Henne 0,1 gold-wildfarbig (xy)

=

Söhne 1,0 (xx) 50% (theoretische Wahrscheinlichkeit) sind gold-wildfarbig

Söhne 1,0 (xx) 50% (theoretische Wahrscheinlichkeit) sind spalterbig

 

Töchter 0,1 (xy) 50% (theoretische Wahrscheinlichkeit) sind gold-wildfarbig

Töchter 0,1 (xy) 50% (theoretische Wahrscheinlichkeit) sind silber-wildfarbig

 

  1. die gesperberte Farbe (Sperberfaktor) wird geschlechtsgebunden vom x-Chromosom (Hahn xy) vererbt

 

Beispiel 4

Hahn 1,0 gesperbert (xx) x Henne 0,1 weiß (xy)

=

Söhne 1,0 (xx) sind alle spalterbig (weiß/gesperbert – streut breit)

Töchter 0,1 (xy) sind alle gesperbert

(Anmerkung: die gesperberte Farbe/Zeichnung hellt mehr oder weniger auf, in Einzelfällen weiße Steuer-/Schwingenfedern, dies wird wahrscheinlicher, je heller der Althahn ist – man muss wissen, dass die Sperberfarbe eine Bandbreite von dunkel bis hell hat)

 

  1. Fremdrassen – welche Möglichkeiten können im Rahmen der Vererbung denkbar sein

 

Mechelner Huhn: die Rasse gibt es in den Farben gesperbert und weiß; Hahn 4-5 kg, Henne 3-4 kg, sehr kräftig, helles Fleisch, helle Läufe, 4-zehig, rote Ohrscheiben, bestrümpfte Läufe, gehört in die Gruppe „Asiatischer Typ“

 

Gerade bei den weißen und gesperberten Dorking – sehr dünne Zuchtbasis – kann die Einkreuzung von Mechelner zu einem positiven Effekt führen. Wichtig ist, dass die typischen Tieren aus der F1-Generation wieder mit reinrassigen Dorking verpaart werden, Fremdmerkmale z.B. leicht befiederte Läufe werden „zurückgedrängt“, die 5-Zehigkeit wird gefestigt. Auch erhöhen die schweren vollrumpfigen Mechelner die Masse und das Körpervolumen der Dorking.

 

Wichtiger Hinweis: die F1-Generation führt oft nicht zum erwartenden Erfolg, um so wichtiges ist es, mit den besten Tieren aus der F1 weiter zu züchten, da sie Merkmalsträger der gewünschten Verbesserungspotentiale sind. Leider geben viele Züchter bereits bei der F1 auf, sicherlich auch aus Gründen der Unwissenheit über die Genetik und Vererbungsregeln.

 

 

Sussex Huhn: hier besteht sogar eine direkte Verwandtschaft zu den Dorking; der rotbraune Farbenschlag würde gut zu den goldhalsigen und gold-wildfarbigen passen, leider überzeugen die gezeigten rotbraunen Sussex nicht, Körper und Typ sind zu schwach. Hier ergeben sich aktuell keine Verbesserungen für die Dorking.

Die anderen columbia-gezeichneten Farbenschläge passen auf den ersten Blick nicht in die Farbskala der Dorking – leider liegen keine Erfahrungswerte über entsprechende Einkreuzungen vor z.B. Weiß-Schwarz-Columbia x silberhalsig.

Dennoch ermutige ich die Züchter auch diesen Weg zu gehen, hier werden sich vermutlich erste Erfolge erst später z.B. F3-Generation einstellen.

 

 

Die Ausführungen sind kein Patentrezept – vielmehr eine Anregung die Zucht der Dorking positiv zu unterstützen, für ausreichende Vitalität bei den Tieren Sorge zu tragen um langfristig den Erhalt der Rasse zu gewährleisten.

 

November 2015

Joachim Mojzis

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